Nach FTD-Informationen muss Finanzchef Thomas Hetmann den Konzern mit einem Jahresumsatz von 9 Mrd. Euro und 66.000 Mitarbeitern auf Betreiben der Institute verlassen. Der 46-Jährige verhandelt derzeit die Details seines Aufhebungsvertrags.
Zudem haben die Kreditgeber ein Krisenteam eines Wirtschaftsprüfungskonzerns in das fränkische Familienunternehmen beordert, um sich ein unabhängiges Bild von der finanziellen Situation zu machen. Dabei soll es sich um Deloitte handeln. Außerdem sollen die Wirtschaftprüfer von Ernst & Young Schaeffler bei den Details der geplanten Zusammenführung mit Conti-Geschäften beraten.
Die Personalie Hetmann und der Auftrag an die Prüfer sind ein deutliches Misstrauensvotum für die Schaeffler-Führung um Geschäftsführer Jürgen Geissinger. Beides belegt, für wie prekär die Banken die Situation des Unternehmens halten.
Die Banken können Schaeffler eine solche Prüfung aufzwingen, wenn das Unternehmen Vorgaben aus Kreditverträgen bricht. Da dies Insidern zufolge Mitte 2009 der Fall sein dürfte, hat Schaeffler kaum Handhabe, dies zu verwehren. Schaeffler und die Banken lehnten einen Kommentar dazu ab.
“Die Situation ist so zugespitzt, dass die Banken genau wissen wollen, wie sich der Cashflow entwickelt”, sagte eine beteiligte Person. Als letzte Option haben die Banken der Schaeffler-Führung angedroht, notfalls ihre Schulden in Eigenkapital zu wandeln (”Debt-to-Equity-Swap”), um so den Konzern zu kontrollieren.
Hetmann hatte den Kauf des Konkurrenten und Dax-Konzerns Continental 2008 zusammen mit Geißinger und den Banken vorangetrieben. Seitdem ist Schaeffler mit rund 12 Mrd. Euro verschuldet.